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Einzelparameter des Blutbildes (Gelesen: 131 mal)
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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09. Dezember 2005 um 01:06
 
Einzelparameter des Blutbildes

Bitte beachten: Einzelwerte sind nicht unbedingt aussagekräftig!
.
ROTES BLUTBILD
.
Leukozyten 5 - 10 Tsd/ul
Hauptaufgabe der weißen Blutkörperchen ist die Abwehr von Krankheitserregern. Sie sind gewissermaßen die Blutpolizei und machen Krankheitserreger unschädlich und schützen so den Körper vor Infektionen
Erhöht bei:

Bakterien,Pilze,Ricksettien, Protozoon, Diab. mellitus, Urämie, Endotoxine, Vergiftungen (Blei, Thalium, Quecksilber,Natriumchlorat, Phen-acetin), , Myositis, Tumore,
M. Cushing
,
NNM-Überfunktion, Thyroideaüberfunktion, Corticosteroid-, ACTH-, Adrenalin-,Schilddrüsenhormongaben Hämatome,Hirnblutungen,Encephalitiden, Epilepsie, Leukämie, körperfremde Proteine
Erniedrigt bei:

virale Infektionskrankheiten Peritonitis, Endometritis, Salmonelose,Östrogenvergiftung, Endotoxinschock, anaphylaktischer Schock, Leukozytopenie der silbergrauen Collies, aleukämische Leukosen, Vergiftungen (Benzol, Phenylbutazon, Chloramphenicol [Ktz],Chlorambucil, Vincristin, Cylophosphamid, Busolan)
.
Erytrozyten
Aufgabe der roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport, den sie mit Hilfe des roten Blutfarbstoffes bewerkstelligen
Erhöht bei:

Hypoxie, Herz-, Lungenerkrankung, Excicose, Nierentumore, Polycythaemia vera
Erniedrigt bei:

hypo-,hyperchrome Anämie.,aplastische A., hämolytische A
.
Hämoglobin
(siehe Natrium)
Das Hämoglobin (Hb) oder der rote Blutfarbstoff ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und hat vor allem die Aufgabe, Sauerstoff in der Lunge zu binden und in die kleinen Blutgefäße zu transportieren.
Erhöht bei:

Hypoxie, Polycythaemia vera, Nierentumore
Erniedrigt bei:

hypochrome Anämie, aplastische A., hämolytische A.
.
Hämatokrit
(siehe TP)
Der Hämatokrit bezeichnet den Anteil der zellulären Bestandteile am Volumen des Blutes und ist ein Maß für die Zähigkeit des Blutes. Blut ist etwa viermal dickflüssiger als Wasser. Steigt der Hämatokrit, nimmt also die Zähigkeit des Blutes zu.
.
PARAMETER
.
Trombozyten
Thrombozyten sind kernlose, scheibenförmige Blutkörperchen. Sie überleben im Blut etwa zehn Tage und werden im Knochenmark gebildet.Thrombozyten sind wichtig für die Blutgerinnung.
Erhöht bei:

Trauma, OP, Blutverlust, Infektionen, Milzexstirpation, Megakaryozytenleukose, Poly-cythaemia vera,Karzinomatose
Erniedrigt bei:

Bildungsstörung: idiopatische Markhypoplasie, toxisch (Östrogen, Zytostatika, Chloramphenicol, Benzol, Phenol, Insektizide), Verbrennung,Transfus. gr. Blutmengen, ionisierende Strahlung, Sepsis, feline Panleukopenie,feline Leukose,Tumor Panmyelophthise
Umsatzstörung: idiopathische thrombozytopenische Purpura, Lupus erythematodes, trombozytäre Isoagglutine,Blutung, Verbrauchskoagulopathien (DIC), Thrombosen, hämolytische Anämien
Verteilungsstörung: Herzinsuffizienz, Splenmegalie
.
Retikulozyten
(siehe HT)
Die Retikulozyten (Vorstufe der roten Blutkörperchen) werden vom Knochenmark in das Blut abgegeben und dort in reife Erythrozyten umgewandelt. Dies ist ein ständiger Prozess um die alten verbrauchten roten Blutkörperchen zu ersetzen.
Erhöht bei:

hypocrome A.,hämolytische A.
Erniedrigt bei:

aplastische Anämie
.
Lymphozyten
Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind die eigentlichen Abwehrzellen des menschlichen Körpers. Lymphozyten sind die kleinsten weißen Blutkörperchen. Sie machen 25 bis 40 Prozent der Leukozyten aus.
Erhöht bei:

physiologisch bei Jungtier, langer Streß (Ktz), Infektionskrankheiten in der Heilphase, chron.-, virale Infektionskrankheiten, lymphatische Leukämie
Erniedrigt bei:

akuter Streß,Corticosteroid- oder ACTH-gaben,Zytostatika, M. Cushing, Cushing-Symdrom

.
Monozyten
Monozyten machen zwei bis acht Prozent der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) aus. Sie sind unter den weißen Blutkörperchen am besten in der Lage, Bakterien und Gewebetrümmer unschädlich zu machen.
Erhöht bei:[/

Corticosteroidgaben, Streß, Immunopathien, hämolytische Anämie, exsudative Perito-nitis oder Pleuritis
.
Granulozyten
Eosinophile G.
Eosinophile Granulozyten machen nur zwei bis vier Prozent der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) aus. Die eosinophilen Granulozyten können Bakterien und Gewebereste "fressen" (phagozytieren). Die Zahl der eosinophilen Granulozyten ist besonders bei einer abklingenden Infektion erhöht.
Funktion:bei DSH oft physiologisch
Erhöht bei:[

Allergie, Parasitosen
, Myositis, Panostitis und Myositis, Gastroenteritis eosinophilica, eosinophiles Granulom,
Infektionskrankheiten in der Heilphase

Erniedrigt bei:[/

Streß, M. Cushing, Cushing-Syndrom,Corticosteroid- oder ACTH-gaben,diabetisches oder urämisches Koma, akute Hämolyse, Infektionskrankheiten in der Anfangsphase

Basophile G.
Basophile Granulozyten sind die zahlenmäßig schwächste Unterart der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie vermitteln allergische Reaktionen und sind gewissermaßen die Gegenspieler der eosinophilen Granulozyten, die allergische Reaktionen dämpfen.
Erhöht bei:[/

sehr selten; ab und zu bei Dirofilariose, Allergien, Hyperlipämie

.
Neutrophile G.
Pro Mikroliter Blut finden sich 2500-7500 neutrophile Granulozyten, wovon etwa
5% stabkernige Granulozyten
sind. Ein höherer Anteil
(Linksverschiebung)
ist erstes Zeichen einer Infektion und körperlicher Belastung.
Pro Mikroliter Blut finden sich 2500-7500 neutrophile Granulozyten, davon über 95%
segmentkernige
Granulozyten. Infektionen, Schock, entzündliche Erkrankungen, körperliche Belastung, Stress.
Erhöht bei:[/

oft mit Linksverschiebung oft wie Leukozytose s.d., physiologisch: Aufregung, Furcht,körperl. Belastung, Tachykardie, Geburt
pathologisch:
bakt. Infektionskrankheiten, endogene und exogene Toxine, Resorption körpereigener + -fremder Proteine, Tumore, Gehirnerkrankungen, Überempfindlichkeitsreaktionen
, posthämor-rhagisch, myeloische Leukämie, lymphatische Leukose mit Neutrophilie, endokrin
Erniedrigt bei:[/

virale Infektionskrankheiten sept. Schock, KM-Schädigung (toxisch, Östradiol [Hd], Leukose, Tumore, Panmyelo-phthise), zykl. Neutropenie der silbergrauen Collies
Als Linksverschiebung wird die Zunahme der Granulozyten (Neutrophile) mit nicht segmentiertem Kern bezeichnet, Sie tritt besonders bei akuten bakteriellen Infektionskrankheiten und eitrigen Entzündungen in den Körperhöhlen auf. Man unterscheidet:
1.) regenerative Linksverschiebung: keine Schädigung der Einzelzelle feststellbar, i.d.R. Leukozytose (etwa posthämorrhagisch)
2.) degenerative Linksverschiebung: Schädigung der Einzelzelle feststellbar, Leukozahl im Normbereich oder leicht erhöht (schwere Infektionskrankheit, toxisch)
Als Rechtsverschiebung bezeichnet man das Auftreten von neutrophilen mit sechs oder mehr Kernsegmenten (Hypersegmentierung). Sie wird unter Corticosteroidbehandlung oder perniziöser Anämie beobachtet.

.
MCHC
(siehe Ht) Ist als mittlerer, zellulärer Hämoglobingehalt definiert Erniedrigt bei:
hypochrome Anämie
(Eisen-, oder Kupfermangel)

.
MCV
(in Verbindung mit: MCV + MCHC(n)) Beschreibt den Volumen-Inhalt des Einzel-Erythrozyten
Erhöht bei:[/

hyperchrome A
.(Kobalt-, Folsäure-,Nicotinsäuremangel)


a –Amylase Vorkommen: Sezerniert im Pankreas, Speichel, Leber, Dünndarm für die Kohlenhydratverdauung; nicht aussagekräftig, immer mit Lipase bewerten
Erhöht bei:
akute Pankreatitis, chron. Pankreasnekrose (2-4 fach), Niereninsuffiziens, Er-krankung der Speicheldrüsen
.
Albumin wird in der Leber gebildet. Albumin ist ein Eiweiß (Protein) und gehört zur großen Gruppe der Plasmaproteine.
Von allen im Plasma vorkommenden Proteinen ist Albumin das kleinste, kommt aber in der größten Menge vor. Es macht ungefähr 60 Prozent der gesamten Plasma-Eiweißmenge aus. Albumin wird in der Leber gebildet und ist neben den Globulinen das wichtigste Plasmaprotein.
Die
Hauptaufgabe
des Albumin ist die Aufrechterhaltung des so genannten kolloidosmotischen Drucks, der die Flüssigkeitsverteilung im Körper bestimmt. Sinkt der kolloidosmotische Druck, strömt Flüssigkeit aus den Gefäßen in den Raum zwischen den Zellen (Interstitium). Es kommt zu Wassereinlagerungen ins Gewebe, Ödemen. Da es viele Albuminmoleküle gibt, macht Albumin 80 Prozent des kolloidosmotischen Drucks des Plasmas aus.
Albumin ist darüber hinaus ein
wichtiges Transportprotein
. Bilirubin, Fettsäuren, Thyroxin, Kalzium, Vitamine und viele andere Stoffe und Medikamente wie beispielsweise Penizillin werden an Albumin gebunden im Blut durch den Körper transportiert.
Weiterhin dient Albumin als Reserve-Eiweiß. Außer im Blut kommt Albumin noch in der Haut, im Muskel und Liquor (Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit) vor.
In welchen Fällen wird Albumin bestimmt?

Der Albuminwert ist wichtig bei akuten und chronischen Entzündungen, Leber- und Nierenerkrankungen sowie Tumoren.

Die Albumin-Bestimmung erfolgt meist im Rahmen der Elektrophorese (Auftragung der fünf Klassen der Plasmaproteine). Im Urin wird Albumin bestimmt, um das Frühstadium einer Nierenschädigung bei Zuckerkrankheit oder Bluthochdruck zu entdecken. Im Liquor wird Albumin bei Verdacht auf eine Störung der Bluthirnschranke oder auf eine Blutung.bestimmt.
Erhöht bei:

Nierenkrankheiten (Nephropathie) Fieber körperliche Belastung
Erniedrigt bei:

Folge einer Hepathopathie Akute Entzündung Leberzirrhose Mangelernährung Verdauungsstörungen Nierenerkrankungen (nephrotisches Syndrom, chronische Niereninsuffizienz Glomerulonephritis) Ileus Chronischer Blutung Großflächiger Verbrennung Amyloidose Peritonitis Hyperthyreose Tumoren (Sarkome, Lymphome)
.
ALT (GPT)
ist bei Hund und Katze leber-spezifisch; bei Pferd kommt es auch in der Skelett-, Herzmuskulatur und in den Hepathozyten vor
.
AST (GOT)
bilokuläres Enzym in zahlreichen Organen starker Anstieg bei Muskel- und Lebererkrankungen
.
Calcium
Kommt hauptsächlich im Skelett vor; Nur die Hälfte des Serumspiegels liegt aktiv vor (siehe.Phosphpr)
Erhöhter.Wert:

prim. od tertier Hyperparathyreoidismus, Pseudohyperparathyreoidismus, Vit-D Hypervitaminosen,Calcinose
Erniedrigter Wert:

Hypoparathyreoidismus, Hypercalcitonismus, Tetanie, Eklampsie, Malabsorbtionssyndrom; Ca + Mg: Parese Tetanie, Vit-D Mangel
.
----------------------------------------------------------------------

Orginalquelle  
http://www.pferdefitundvital.de

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Antwort #1 - 30. März 2006 um 08:23
 
Großes Blutbild

Alkalische Phosphatase
Einheit = U/l
Refferenzbereich = bis 333
Organverteilung = Knochenzellen, Leber, Niere, Dickdarm
Diagnostische Bedeutung = Hepatopathien mit Cholestase, systemische Osteopathien, Ca/ P- Mangelzustände

Billirubin
Einheit = mg/dl
Referenzbereich = bis 3,1
Erhöhung = hämolytischer, hepatischer, posthepatischer Ikterus (Gelbsucht), Hungerbilirubinämie

Eisen
Einheit = ug/dl
Referenzbereich = >80
Verringerung = chronischer Blutverlust, Anämie

Gamma - GT
Einheit = U/l
Referenzbereich = bis 45
Organverteilung = Leber, Niere, Gehirn
Diagnostische Bedeutung = Hepatopathien, Cholestasen

GLDH
Einheit = U/l
Referenzbereich = bis 20.8
Organverteilung = Gehirn, Leber
Diagnostische Bedeutung = Hepatopathien mit Leberzellnekrose, Hapatitiden, Stauungsleber

AST / GOT
Einheit = U/l
Referenzbereich = bis 690
Organverteilung = Skelettmuskel, Leber, Herzmuskel
Diagnostische Bedeutung = Myopathien, Hepatopathien

LDH
Einheit = U/l
Referenzbereich = bis 606
Organverteilung = Skelettmuskel, Leber, Erythrozyten
Diagnostische Bedeutung = Myopathien, Hepatopathien, Hämolyse

CK - NAC
Einheit = U/l
Referenzbereich = bis 408
Organverteilung = Skelettmuskel, Gehirn, Herzmuskel
Diagnostische Bedeutung = Myopathien

Blutzucker
Einheit = mg/dl
Referenzbereich = 55-90
Erhöhung = Stresszustände, Glukokortikoidthrapie, ZNS- Krankheit, Diabetes
Verringerung = Hyperlipämie

Harnstoff
Einheit = mg/dl
Referenzbereich = 20-40
Erhöhung = proteinreiches Futter, Schockzustände, Dehydration, Urämie
Verringerung = ungenügende hepathische Synthese

Kreatinin
Einheit = umol/l
Referenzbereich = 62,0 - 177,0
Erhöhung = wie Harnstoff

Lactat
Einheit = mmol/l
Referenzbereich = < 1,0
Erhöhung = Kreislaufinsuffizienz, Myoglobinurie, Laktazidose

Protein gesamt
Einheit = g/l
Referenzbereich = 55,0 - 75,0
Erhöhung = chronische Infektionskrankheiten
Erniedrigung = Unterernährung, chronische Darm- oder Lebererkrankungen, Proteinverluste durch Proteinurie, Dermatitis, Blutverluste

Albumin
Einheit = %
Referenzbereich = 45 - 60
Erhöhung = Dehydration
Erniedrigung = Lebererkrankung, Unterernährung

Triglyceride
Einheit = mmol/l
Referenzbereich = 1,1 - 5.7
Erhöhung = Hyperlipämie

Calcium
Einheit = mmol/l
Referenzbereich = 2,5-3,4
Erhöhung = Nephropathien, Hypervitaminose D
Verringerung = Laktationstetanie, Transporttetanie

Kalium
Einheit = mmol/l
Referenzbereich = 2,8-4,5
Erhöhung = Azidose, Urämie, hyperkaliämische periodische Paralyse, Hämolyse
Verringerung = Alkalose, enterale Verluste (Diarrhoe)

Magnesium
Einheit = mmol/l
Referenzbereich = 0,5-0,9
Erhöhung = Niereninsuffizienz
Verringerung = Tetanien

Natrium
Einheit = mmol/l
Referenzbereich = 125-150
Erhöhung = ungenügende Wasseraufnahme, hypertone Dehydration
Verringerung = Verluste durch Schwitzen, Niereninsuffizienz mit Polyurie

Zink
Einheit = umol/l
Referenzbereich = 11 - 15
Erniedrigung = Parakeratose

Selen
Einheit = umol/l
Referenzbereich = 1,3 - 2,5
Erhöhung = Se- Vergiftung, Arzneimittel, Se- Speicherpflanze

Kupfer
Einheit = umol/l
Referenzbereich = 19 - 21
Erniedrigung = Anämie, Pigmentverlust, Gelenkerkrankungen

Phosphat anorganisch
Einheit= mmol/l
Referenzbeeich = 0,7-1,45
Erhöhung = sekundärer Hyperparathyreoidismus
Verringerung = P- Mangelzustände


Kleines Blutbild

Leukozyten
Einheit = k/ul
Referenzbereich = 5,0-10,0
Erhöhung = Entzündungen, bakterielle Infektionen
Verringerung = Virusinfektion, Endotoxinwirkung, toxische Schäden und Strahlenschäden

Erythrozyten
Einheit = M/ul
Referenzbereich = 6,5-9,0
Erhöhung = Hämokonzentration, Polyglobulie
Verringerung= Anämie, Hydrämie

Hämoglobin
Einheit = g/dl
Referenzbereich = 11,0-17,0
Erhöhung = s.o.
Verringerung = s.o.

Hämatokrit
Einheit = %
Referenzbereich = 33-45
Erhöhung = s.o.
Verringerung = s.o.

MCV
Einheit = fl
Referenzbereich = 37-55
Erhöhung = Makrozytose
Verringerung = Mikrozytose

MCH
Einheit = pg
Referenzbereich = 13,0-19,0
Verringerung = Hypochromasie

MCHC
Einheit = g/dl
Referenzbereich = 31,0-36,0
Verringerung = Hypochromasie

Thrombozyten
Einheit = k/ul
Referenzbereich = 100-300
Verringerung = Blutungsneigung


Differentialblutbild

Eosinophile Gran. (abs.)
Einheit = /ul
Referenzbereich = 40-350
Erhöhung = Endoparasiten, Ektoparasiten, Allergosen
Verringerung = Glukokortikoid- Hochstand

Stabkernige Gran. (abs.)
Einheit = /ul
Referenzbereich = bis 600
Erhöhung = Linksverschiebung, myeloische Leukose

Segmentkenige Gran. (abs.)
Einheit = /ul
Referenzbereich = 3000-7000
Erhöhung = Entzündungen, besonders bakteriell- eitrige Entzündungen
Verringerung = Virusinfektionen, bakterielle Toxine, aplastische Anämie

Lymphozyten
Einheit = /ul
Referenzbereich = 1500-4000
Erhöhung = chronische Infektionen, Leukose
Verringerung = Stresssyndrom

Monozyten
Einheit = /ul
Referenzbereich = bis 400
Erhöhung = virusbedingte Infektionskrankheiten
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Antwort #2 - 22. September 2006 um 12:52
 
Von über 3800 Pferden mit angegebenem Alter wurden die klinisch-chemischen Parameter aus allgemeinen Screeninguntersuchungen mit Bezug auf das Alter des Tieres ausgewertet.

Die Tiere wurden nach ihrem Alter eingeteilt

Gruppe      Alter          in Jahren       n%

1 Fohlen   < 1               50                1,3

2 Jungtiere  1 und 2        215              5,6

3 Junge Adulte    3 bis 9    1721         45,0

4 Ältere Adulte  10 bis 18   1350         35,3

5 Geriatrische   19 bis 44      490          12,8

Bezüglich der Pferderassen setzten sich die ausgewerteten Proben wie folgt zusammen:

Kaltblüter  9,6%

Warmblüter   47,5%

Vollblüter   6,2%

Ponys und Kleinpferde    12,3%

Sonstige bzw. keine Angaben    24,4%



In den unteren drei Altersgruppen betrug der Anteil der Ponys ca. 9% und stieg in den beiden oberen Altersgruppen auf 14% bzw. 18,1% an.

Parameter mit Altersabhängigkeit 

Bei den meisten Parametern waren Abhängigkeiten vom Alter festzustellen, dabei fielen verschiedene Gruppen auf:

Pathologische Befunde, die bei Fohlen oder Jungtieren häufiger vorkommen:

• Niedriges Eisen
• Niedriges Kalzium
• Niedriger Harnstoff
• Stark erhöhte LDH - hier ist zu berücksichtigen, dass die LDH nicht nur organunspezifisch sondern
  auch extrem anfällig von Probenentnahme und -bearbeitung ist und bei nur geringer Hämolyse
  schon stark ansteigt. Eine Interpretation ist daher nur schwer möglich.

Pathologische Befunde, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten:

• Erhöhte CK
• Erhöhte Nierenwerte
• Niedriges Phosphat
• Erhöhtes Kalzium

Befunde, die in den jungen Altersgruppen und bei alten Tieren vermehrt auftreten, während sie bei den
3- bis 18jährigen adulten Tieren seltener sind:

• Niedriges Albumin
• Erhöhte Globuline
• Erhöhtes oder erniedrigtes Gesamteiweiß
• Erhöhte Blutglucose
• Erhöhte GLDH und gammaGT

Bei dieser letzten Gruppe ist zu beachten, dass die Ursachen für veränderte Werte häufig für Jungtiere und geriatrische Patienten grundverschieden sind.
 

Parameter mit Altersabhängigkeit 

Bei den meisten Parametern waren Abhängigkeiten vom Alter festzustellen, dabei fielen verschiedene Gruppen auf:

Pathologische Befunde, die bei Fohlen oder Jungtieren häufiger vorkommen:

• Niedriges Eisen
• Niedriges Kalzium
• Niedriger Harnstoff
• Stark erhöhte LDH - hier ist zu berücksichtigen, dass die LDH nicht nur organunspezifisch sondern
  auch extrem anfällig von Probenentnahme und -bearbeitung ist und bei nur geringer Hämolyse
  schon stark ansteigt. Eine Interpretation ist daher nur schwer möglich.

Pathologische Befunde, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten:

• Erhöhte CK
• Erhöhte Nierenwerte
• Niedriges Phosphat
• Erhöhtes Kalzium

Befunde, die in den jungen Altersgruppen und bei alten Tieren vermehrt auftreten, während sie bei den
3- bis 18jährigen adulten Tieren seltener sind:

• Niedriges Albumin
• Erhöhte Globuline
• Erhöhtes oder erniedrigtes Gesamteiweiß
• Erhöhte Blutglucose
• Erhöhte GLDH und gammaGT

Bei dieser letzten Gruppe ist zu beachten, dass die Ursachen für veränderte Werte häufig für Jungtiere und geriatrische Patienten grundverschieden sind.
 
Tabelle zu sehen folge Link
http://www.laboklin.de/frame.php?lang=de&PHPSESSID=073fc02912e60baccf3eaaa684dfa...

Erhöhungen der AST finden sich bei Fohlen in ca. 4 % der Fälle, in den anderen Altersgruppen bei ca.
10-12%. Erhöhungen der LDH sind wegen fehlender Gewebespezifität nicht unbedingt muskel- oder leberspezifisch sondern eher als allgemeiner Hinweis auf einen Gewebeschaden zu werten, starke Erhöhungen auf mehr als das 3fache des Referenzbereichs kommen bei Fohlen (26%) und Jungtieren (20%) deutlich häufiger vor als bei adulten (ca. 8,5%) und alten (12%) Pferden.
Tiere mit Verdacht auf Myopathien werden in der Regel direkt einem Muskelscreening zugeführt, so dass der Anteil von Tieren mit Myopathien in der Praxis sicher weit höher ist als in dem hier ausgewerteten Probengut

Leberenzyme 

Als leberspezifisch können beim Pferd die gammaGT und die GLDH angesehen werden. Auch die AST und die LDH sind hepatozelluläre Enzyme; die AP kann als Marker für hepatobiliäre Störungen herangezogen werden. Bilirubin ist ebenfalls ein Marker für Cholestasen, steigt aber auch bei mangelnder Futteraufnahme und bei Blutabbau/Hämolyse an. Zur Abklärung der Leberfunktion können weiterhin die Gallensäuren herangezogen werden.
Erst bei schweren Leberschäden sind außerdem niedrige Werte für Albumin und Harnstoff (Syntheseleistung) und erhöhte Globuline (gestörte portohepatische Clearance von Antigenen aus dem Darmbereich) zu erwarten. Die Auswertung der eigenen Daten zeigt eine Häufung betroffener Tiere in den ersten und den letzten Altersgruppen, mittelalte Tiere scheinen weniger betroffen.


Tabelle folge dem link oben

Plasmaproteine 

Gesamteiweiß
Veränderte Werte kommen am häufigsten bei den beiden jungen Altersgruppen sowie bei Pferden über 18 Jahre vor, dabei sind bei Jungtieren die niedrigen Werte (ca. 8%) häufiger, bei denen ursächlich besonders an  Eiweißverluste z.B. über Durchfälle, gedacht werden muß. Bei den älteren Tieren sind insbesondere erhöhte Werte (10,6%) zu finden.

Tabelle siehe oben

Albumin
Erhöhungen sind in allen Altersgruppen selten, niedrige Werte sind häufigere Befunde.
Bei den Fohlen, sowie den Ein- und Zweijährigen liegen die Werte für Albumin bei jedem 4. bis 5. Tier unter dem Referenzbereich, davon sind in etwa der Hälfte der Fälle die Werte um mehr als 20% unter der Grenze des Referenzbereichs, also auch dann als pathologisch zu bewerten, wenn man von einem niedrigeren Referenzwert für Jungtiere ausgeht. Bei den adulten Tieren ist Albumin in weniger als 3% der Fälle niedrig, doch steigt der Anteil bei Tieren über 18 Jahren auf 8.8% aller Befunde.
Als Ursachen für niedriges Albumin sollten Verlust (Blutverlust, Verlust in den Darm, Verlust über die Niere) bzw. mangelnde Synthese bei funktionellen Leberschäden und Tumorerkrankungen sowie chronische Darmerkrankungen abgeklärt werden.
   
Globuline
Erhöhte Werte finden sich bei adulten Pferden in ca. 2% der Proben, bei Jungtieren und Pferden über 18 Jahren deutlich häufiger (6,0; 8,4 und 6,6% in den Altersgruppen 1, 2 und 5). Da als Ursache für erhöhte Globuline vorwiegend erhöhte Gammaglobuline in Frage kommen (z.B. durch chronische Auseinandersetzungen mit Infektionserregern wie  Rhodococcus equi, Streptokokken, Leptospirose, Listeriose, Babesiose, Borreliose etc.), ist die Eiweiß-Auftrennung in Form einer Serumeiweiß-Elektrophorese bei Infektionsverdacht eine aussagekräftige Hilfsuntersuchung. Daneben kann die Bestimmung der akute-Phase-Proteine helfen, unspezifische Leukozytenerhöhungen von infektionsbedingten Immunantworten zu unterscheiden.

Tabelle siehe oben

Glukose 

Zu beachten ist, dass für aussagekräftige Ergebnisse die Proben in Fluorid-Röhrchen abgenommen oder Seren sofort abgehebert werden sollten, da Glukose sonst nach der Entnahme rasch durch die Erythrozyten abgebaut wird


Tabelle siehe oben

Bei fast einem Viertel der Proben ist die Glukose leicht erhöht, bei Fohlen sind es sogar 40% und bei Jungtieren 34%. In den meisten Fällen dürfte eine transiente, Glucocorticoid- oder Stress-bedingte Hyperglycämie die Ursache sein. Auch Insulinresistenz durch  Trächtigkeit oder erhöhtes Körperfetts ist eine mögliche Ursache. Bei persistierenden Erhöhungen besonders bei älteren Tieren sollte ein Hypophysenadenom mit Überfunktion der Nebennierenrinde abgeklärt werden.

Starke Erhöhungen über das Doppelte des Referenzbereichs kommen bei adulten Tieren selten vor (Altersgr. 3 und 4, < 0,5%), häufiger gibt es sie bei Fohlen (4%) und bei Pferden über 18 Jahren (2,4%).

Alle alten Pferde mit über das Doppelte hinaus erhöhten Glukosewerten hatten zugleich erhöhte Leberenzyme, mit den deutlichsten Erhöhungen bei der GLDH, während die Fohlen und Jungtiere mit stark erhöhter Glukose keine derartigen Veränderungen aufweisen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass stark erhöhte Blutzuckerspiegel bei älteren Tieren ein Hinweis auf Stoffwechselprobleme sind, während sie bei den jungen Pferden eher eine Stresshyperglykämie repräsentieren, die stärker ausgeprägt ist als bei adulten Pferden.


Mineralstoffe   

Phosphor
Der Phosphorspiegel ist bei Tieren im Wachstum wie erwartet höher, über 80% der Fohlen und fast die Hälfte der Ein- und Zweijährigen hat Werte, die über dem Referenzbereich für Adulte liegen, was als altersgemäß normal zu interpretieren ist. Auch bei gut 10% der adulten Tiere gibt es erhöhte Werte. Bemerkenswert ist, dass niedrige Werte für Phosphat mit zunehmendem Alter häufiger werden: ca. 5%, 10% und 15% in jeweils den Altersgruppen drei, vier und fünf.
Weiters wurde untersucht, ob veränderte Phosphorspiegel gehäuft in Kombination mit veränderten Nieren- oder Leberwerten bzw. Mineralstoff- oder Glukosespiegeln auftreten. Wie erwartet ließ sich die erwartete Korrelation zwischen erhöhten Nierenwerten und erhöhtem Phosphat belegen.

Daneben traten erhöhte Phosphatspiegel aber auch regelmäßig in Kombination mit erhöhten Werten für LDH, Kalium, Eisen und Magnesium auf, ein Muster, das vor allem bei Hämolysen vorkommt. Diese Veränderungen sind präanalytisch bedingt und sollten nicht fehlinterpretiert werden!

Hypophosphatämien sind nicht spezifisch, sollten aber beachtet werden, da sie im Zusammenhang mit chronischen Mineralstoff- bzw. Säure-Base Imbalanzen, Septikämien, Störungen der Nebenschilddrüse und Enteritiden auftreten können.

Kalzium
Während die leicht erhöhten Kalziumwerte in den jungen Altersgruppen für Tiere im Wachstum nicht bedenklich erscheinen, sollte bei älteren Tieren ein erhöhtes Serum Kalzium Anlass für eine sorgfältige Abklärung sein, die neben der Fütterung (Mineralstoffversorgung, Hypervitaminose D?) vor allem die Nierenfunktion, die Nebenschilddrüse und die Möglichkeit von Tumoren mit einbezieht. Besonders Plattenepithel- und Adenokarzinome sowie maligne Lymphome können auch beim Pferd mit paraneoplastischer Hyperkalzämie einhergehen. Immerhin steigt der Anteil an erhöhten Kalzium-Spiegeln bei den Tieren über 18 Jahre auf 7,8%.


Eisen
Niedige Eisenwerte kommen häufiger in den beiden jungen Altersgruppen (12% bzw. 10%) und dann wieder bei alten Pferden (7,4%) vor. Bei den Adulten liegt der Anteil zwischen 3% und 4%. Zu beachten ist, dass der Organismus bei Entzündungsprozessen Eisen gezielt im retikuloendothelialen System speichert und damit aus der Zirkulation entfernt, was auf manche Bakterien einen wachstumshemmenden Effekt hat. Daher sollten zusätzlich zum Serumeisen auch Erythrozyten-Morphologie und Erythrozytenindices als Parameter für Eisenmangel herangezogen werden. Auch ein Leukogramm und schließlich noch Knochenmarksbiopsien können zur Abklärung von niedrigem Serum-Eisen hilfreich sein.


Tabelle siehe Link oben







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Antwort #3 - 22. September 2006 um 12:53
 
Eisen

Insgesamt liegen deutlich mehr Harnstoff- als Kretininwerte außerhalb der Norm, was mit der Abhängigkeit des Harnstoffanfalls von der Proteinversorgung zu erklären ist. Fast jede fünfte Probe weist erhöhte Harnstoff-Werte auf, meist sind die Werte nur bis zum anderthalbfachen der Obergrenze des Referenzbereichs erhöht. Besonders in den beiden jungen Altersklassen (6 % der Fohlen und gut 3% der Ein- und Zweijährigen) kommen auch erniedrigte Harnstoff-Werte vor. Neben einem Proteinmangel im Futter bzw. krankheitsbedingt schlechte Futteraufnahme sollte man auch daran denken, dass niedriger Harnstoff ein Synthese-Defizit bei Leberschaden widerspiegeln kann.

Bereits ab einem Alter von über 10 Jahren zeigt sich, dass der Anteil der Tiere mit erhöhten Kreatininwerten überraschend deutlich zunimmt. Diese reflektieren aufgrund des in der Regel konstanten Kreatininanfalls eine Nierenfunktionsstörung.

Tabelle siehe Link oben

Eine prophylaktische Untersuchung des Proteinverlusts über die Niere könnte helfen, Tiere mit glomerulären Schäden frühzeitig zu erkennen und entsprechend eine diagnostisch Abklärung möglicher Ursachen einleiten zu können. Im Hinblick auf Immunkomplexerkrankungen/ Glomerulonephritiden sind vor allem chronische Infektionskrankheiten (z.B. durch Babesien, Ehrlichien, Leptospiren, Listerien, Borrelien) und chronische eitrige Entzündungsherde (z.B. an den Zähnen, Luftsack) zu berücksichtigen. Eine gezielte Diagnose kann ein effektives therapeutisches Einschreiten ermöglichen und damit u.U. auch den fortschreitenden Funktionsverlust verhindern oder verlangsamen.

Quelle
Laboklin
http://www.laboklin.de/frame.php?lang=de&PHPSESSID=073fc02912e60baccf3eaaa684dfa...
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Antwort #4 - 03. Oktober 2007 um 15:23
 
Blut


• Wird beim Pferd aus der Jugularvene entnommen

• Arterielles Blut (aus A. carotis) nur für spezielle Untersuchungen (z.B. Blutgasanalyse)

• Gerinnungshemmender Zusatz erforderlich, wenn Vollblut oder Plasma verarbeitet werden soll

• Abtrennung von Plasma und Serum möglichst frühzeitig => ausschließen von Austauschvorgängen zwischen Blutzellen und Blutplasma

• Hämolytisches Serum und Plasma für meisten Untersuchungen nicht geeignet

• Beeinträchtigung der Ergebnisse durch Gallenfarbstoffe oder milchige Trübung durch Fettstoffe

Blutstatus


• Dazu gehören rotes und weißes Blutbild und Thrombozytenzahl

• Pferd: bis zu 1/3 der gesamten Ery-zahl als Reserve in der Milz gespeichert

• Freisetzung bei Adrenalinschüben => Veränderung der Blutwerte

• Hämatokrit, Hämoglobin und Eryzahl steigen => Hämokonzentration => Flüssigkeitssubstitution

• Physiologische Schwankungsbreite von Leukozyten ist erheblich

• Differentialblutbild muss beachten, dass Pferde granulozytäres Blutbild haben

• Leukozytose meist bei bakteriellen Erkrankungen

• Ausdruck einer vorhandenen Reaktionsfähigkeit des Organismus

• Leukopenie: Zeichen für Versagen der Abwehrleistung

• Neutrophile Granulozyten: bestimmende Zellen des weißen Blutbildes beim Pferd und Hauptträger der zellulären Abwehr

• Enzymdiagnostik

• V.a. intrazelluläre Enzyme interessant: Aktivitätsbestimmung im Serum ist Zeichen für Zellschaden oder Zelluntergang

• Wichtig bei Krankheiten der Leber, der Skelett- und Herzmuskulatur und Beurteilung des Trainingszustandes

• Elektrolytbestimmung

• Nur geringe Aussage über Elektrolythaushalt

• Nur selten Schlussfolgerung über Versorgungsgrad der Tiere oder Verluste möglich

• Säure-Basen-Status

• Wichtig in der Notfallmedizin

• Aussage über Azidose oder Alkalose, Grad ihrer Kompensation und Entstehungsart Harn

• V.a. zur Diagnose von Krankheiten der Niere und harnableitender Wege

• Mikroskopische Untersuchung erst nach Zentrifugieren

• Beim Pferd von Natur aus trübe => sensorische Beurteilung erschwert

• Trübungen durch entzündliche Veränderungen bleiben z.T. unerkannt

• In offenem Gefäß stehen lassen: oberflächliche Schicht nimmt dunklere Farbe an, Absetzen einer großen Menge Niederschlages

• Pro Tag gebildete Menge kann 3-10 l betragen

• Schwankungen in Zusammensetzung teilweise erheblich!

• Bezugsgröße: Kreatininkonzentration

• Prüfung der Nierenfunktion, Versorgungsgrad des Tieres und Ausscheidung toxischer Substanzen Liquor cerebrospinalis

• Bei Hinweisen aus ZNS – Erkrankungen

• Gewinnung am narkotisierten Pferd im atlanto- occipitalen Foramen

• Liquorbefunde nicht spezifisch für bestimmte Krankheiten

• Nur Unterscheidung zwischen bakteriellen und viralen Erkrankungen möglich!

Bauchhöhlenflüssigkeit


• Flüssigkeit besteht aus:

• Wasser

• Blutbestandteilen

• Eiweiß und

• Zellen

• Veränderungen der Zusammensetzung bei pathologischen Zuständen

• Häufigste Indikation für Punktion der Bauchhöhle: Kolik

• Hier Zentrifugieren der Probe wichtig: Schichtung des Sediments lässt auch Menge und Charakter der Beimengungen schließen

Synovia Untersuchungen


• Zentrale Bedeutung für Erhaltung der Struktur und Sicherung einer optimalen Gelenkfunktion

• Grundlage für Stoffaustausch zwischen Gelenkkapsel und Knorpel

• Ist für niedermolekulare Bestandteile ein Dialysat des Blutserums

• Höhermolekulare Bestandteile: gelangen nur tws. durch Gelfiltration in die Synovia

• Hyaluronsäure = spezifisches Sekretionsprodukt der „lining cells“

• Synovia liegt immer in 2 Phasen vor: hochmolekular vernetzten und nicht austauschbare Phase und wässriger, austauschbarer Phase

• Hyaluronsäure

• In gesunden Gelenken Konzentration von 45,4 und 56,6 mg/100ml Konzentration und 1-2x106 Molekülmasse

• Nicht austauschbare Phase der Synovia

• Wichtig für Sanierung der Synoviamembran

• Viskoelastische Eigenschaften durch Intaktheit des Makromoleküls

• Thixotropie (mechanisch verursachte Verflüssigung von Gelen) wegen Aggregationsneigung

• Regulationssystem für biologische Aktivität der Zelle

• Hemmt Aktivität polymorphkerniger und mononukleärer Phagozyten

• Eiweißgehalt

• Niedriger als im Blutserum, zwischen 0,5 und 1,9 g/100ml

• Synoviales Gewebe wirkt wie Molekularsieb zwischen Blutplasma und Synovia (nur passierbar,wenn Molekulargewicht < 160 000)

• Anzahl kernhaltiger Zellen

• in gesunden Synoviaräumen < 0,3 G/l

• meist Synoviazyten, nur < 10% neutrophile Granulozyten

• den Synovialraum begrenzendes Gewebe ist Träger entzündlicher und/oder degenerativer Veränderungen

• quantitative und qualitative Veränderungen der Synovia

• Untersuchungsreihenfolge

1. Makroskopisch: Farbe, Trübung, Menge, Viskosität, Gerinnungsvermögen

2. Mikroskopisch: Anzahl kernhaltiger Zellen, Differentialzellbild, Partikelanalyse

3. bakteriologisch

4. biochemisch: Protein, Glukose, Enzymaktivität, Schwefelgehalt

• Physiologisch: hellgelb, klar, ohne flockige Beimengungen und fadenziehend

• Blutige Beimengungen: frische intrasynoviale Blutung (wg. Punktion??)

• Homogene Rotfärbung: akute Traumatisierung durch Kontusion oder intraartikuläre Fraktur, selten auch Hämophilie

• Xanthochromie: Freies Bilirubin als Folge des Ery – Abbaus von länger vorausgegangenen Blutungen

• Pyogene Synovialitiden: weißgraues bis gelbes, bei ichorösen Formen braunrotes Punktat

• Trübung durch Vermehrung kolloidaler Substanzen oder geformter Elemente

• Bei steigender Anzahl kernhaltiger Zellen (z.B. bei Arthritiden)

• Nach Traumatisierung durch im Punktat enthaltene Erys

• Eryzahl bis 2,5 G/l - Synovia klar

Bis 10 G/l - leichte Trübung

Über 10 G/l - stärkere Trübung

• Leicht getrübte Punktate auch bei chronisch – aseptischen Arthritiden, Arthrosen und Hydarthrosen

• Flocken = Zeichen für serofibrinöse Entzündung

• Synovia gesunder Gelenke kann nicht gerinnen, da Fibrinogen wegen seiner hohen Molekülmasse (ca. 340 000) die Synovialmembran nicht passieren kann!

• Entzündungen mit erhöhter Permeabilität führt zur Gerinnung des Punktates

• Menge an Synovia erhöht bei Hydarthrosen und den meisten Arthritisformen

• Chronische Arthritis und Arthrosen haben selten Einfluss auf Menge der Synovia

• Manche Formen chronisch degenerativer Gelenkerkrankungen haben Verminderungen der Synoviamenge als Folge („trockenes Gelenk“)

• Viskosität der Synovia abhängig von:

• Gehalt an Hyaluronsäure

• Verhält sich umgekehrt proportional zur Größe des Gelenkes

• Niedrige Viskosität bei Hygromen und entzündlichen Ergüssen

• Bei degenerativen Arthropathien zum Großteil hochviskös

• Synoviazytologie

• Kernhaltige Zellen in Synovia gesunder und erkrankter Gelenke hauptsächlich als Synoviazyten und neutrophile Granulozyten

• Normalwert ca. 1,023 G/l

• Leukozytenzahl > 50 G/l: infektiöse Arthritis!

• Biochemische Untersuchung beim Pferd vor allem Protein-, Glucose- und Enzymaktivitätsbestimmung

• Ermittlung Gesamteiweiß und Albumin – Globulin – Verhältnis

• Proteingehalt der Synovia steigt mit Intensität der Entzündung

• Ist in Synovia von Hygromen niedriger als in arthrotischen und gesunden Gelenken

• Albumin: Globulin normalerweise 1,29

• Bei degenerativen Gelenkerkrankungen: 3,48

• Bei infektiösen Arthritiden Alb:Glob zugunsten des Globulins verschoben!

• Enzyme in der Synovia sind Stoffwechselenzyme ohne pathogenetische Bedeutung und hydrolytische, größtenteils lysosomale Enzyme

• Partizipieren auch bei primär degenerativen Gelenkerkrankungen

• Diagnostische Nutzung

• Messbare katalytische Aktivität = Resultat aus Enzymfreisetzung,-verteilung und -elimination

• Interpretation der Enzymaktivität

• Nötig ist genaue Kenntnis der Normwerte (und des Herkunftsortes)

• Alle Enzyme können grundsätzlich aus Synovia und ihrem Ufergewebe stammen

• V.a. LDH, AST und ALT für Aktivitätsbestimmungen in der Synovia und ihre diagnostische Nutzung

• Hydrolytische Enzyme: saure Phosphatase ist lysosomales Leitenzym, hat besondere Eignung zur Differentialdiagnostik verschiedener Gelenkerkrankungen

• Chronisch degenerative Gelenkerkrankungen: Aspartataminotransferase (AST) und formaldehydstabile saure Phosphatase als ergänzende Untersuchung

• BU bei Verdacht auf eine Gelenksinfektion

• Falsch negative Ergebnisse sehr häufig!!
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Nucki Nuss
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† 19.08.2010 in Gedenken
an "Willy"


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Antwort #5 - 22. Januar 2011 um 23:11
 
Ups, hab ich jetzt erst entdeckt hä?

Ist vielleicht für Einige interessant?!
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